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Jules Verne Das Leben und seine Werke

in Autor 04.01.2011 09:30
von Albtraum | 101 Beiträge

Leben und Schaffen

Jules Verne wuchs im Reederviertel der Hafenstadt Nantes als ältestes von fünf Kindern eines Vaters, der Anwalt war, Pierre Verne und einer aus Reederkreisen stammenden Mutter Sophie Allotte de la Fuye auf. Um 1834 ging er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Paul Verne auf die gutbürgerliche Schule einer Madame Sambin. Danach absolvierte er das Gymnasium und studierte Jura, weil er die väterliche Anwaltskanzlei übernehmen sollte.

Spätestens als Student in Paris begann er zu schreiben und erhielt Kontakt zur Welt der Literaten, unter anderem zu Alexandre Dumas dem Älteren, der ihn etwas protegierte, und zu Alexandre Dumas dem Jüngeren, mit dem er sich befreundete. Er blieb deshalb nach Abschluss des Studiums (1850) in Paris und versuchte sich zunächst vor allem als Bühnenautor in verschiedenen Genres, von der Tragödie bis zum Opernlibretto.


Jules Verne 18561851 erschien in einer literarischen Zeitschrift sein erster erzählender Text. Dessen Thema Seefahrt und Reisen ließ Verne hinfort nicht mehr los, obwohl er zunächst noch weiter auch Libretti, Komödien und Erzählungen mit ganz anderer Thematik schrieb. 1855 erschien sein erster Reise- und Abenteuerroman Ein Winter im Eis.

1857 heiratete er eine Witwe mit zwei Kindern (die von ihm 1861 einen Sohn, Michel Verne bekam) und versuchte sich – neben dem Schreiben – einige Jahre zwecks Broterwerb mäßig erfolgreich in dem bürgerlichen Beruf eines Börsenmaklers. Nebenher machte er zwei Schiffsreisen nach Schottland und nach Norwegen, die ihm die Welt der Seefahrt erschlossen.

1862 lernte er den Jugendbuchverleger Pierre-Jules Hetzel (1814–1886) kennen, der ihm seinen gerade fertigen ersten Roman Fünf Wochen im Ballon (Cinq semaines en ballon) abnahm, ihn für weitere Romane derselben Art verpflichtete und ihn zum publikumswirksamen Schreiben anleitete. Spätestens über Hetzel kam Verne in Kontakt mit Naturforschern und Erfindern, die seine Kenntnisse erweiterten, ihn fachlich berieten und ihm Ideen eingaben. Ab 1864 unternahm er zusammen mit seinem Bruder Paul mehrere Reisen, darunter 1867 eine Fahrt auf der Great Eastern, dem damals größten Passagierdampfer, nach Amerika und 1872 auf seiner Yacht „Saint-Michel“. Paul steuerte einige Geschichten zu Jules Werken bei.

Mit dem Erfolg von Fünf Wochen im Ballon hatte er seinen Durchbruch als Autor geschafft und konnte gut vom Schreiben leben. In den folgenden Jahren schrieb er zahlreiche Romane. Diese erschienen oft in Fortsetzungen in Hetzels Jugendzeitschrift Magazin illustré d'éducation et de récréation, ehe sie auch als Buch veröffentlicht wurden. Vernes eigentliche Domäne hierbei waren und blieben Reise- und Abenteuerromane mit mehr oder weniger großem Science-Fiction-Anteil, in dem er mit viel wissenschaftlicher und technischer Intuition sowie mit Hilfe seines immensen Zettelkastens manche später realisierte technische Entwicklung vorwegnahm.

Seine Bücher, die sich an ein vorwiegend jugendliches und passabel gebildetes männliches Publikum richteten, leiteten nicht nur in Frankreich einen neuen literaturgeschichtlichen Abschnitt ein, sondern dank erfolgter Übersetzungen in ganz Europa und Amerika.

1872 erschien Reise um die Erde in 80 Tagen (Le Tour du monde en quatre-vingts jours), Vernes auflagenstärkstes Buch, das er gemeinsam mit Adolphe d’Ennery als Co-Autor erfolgreich für das Theater adaptierte. 1876 erschien der in Sibirien spielende Abenteuer-Politkrimi Der Kurier des Zaren (Michel Strogoff) aus dem ebenfalls ein erfolgreiches Stück entstand.

Die Aufnahme in die Académie française, die er 1883 zu betreiben versuchte, misslang allerdings. Dafür machte er viele Reisen (z. T. mit eigenen Motor-Segel-Yachten) und gehörte – für einen Nichtbriten ungewöhnlich – dem renommierten Londoner Travellers Club an. In Amiens, der Heimatstadt seiner Frau, unterhielt er ein repräsentatives Haus. Ab 1888 war er dort auch (als liberaler Monarchist auf gemäßigt linker Liste) stets wiedergewähltes Mitglied des Stadtrates, der sich insbesondere für die Stadtplanung und das Theater engagierte.

Mit der Erziehung seines Sohnes Michel hatte Jules Vernes große Schwierigkeiten. Dieser hasste seinen Vater, unter anderem, weil er 1876 für acht Monate in eine Besserungsanstalt geschickt wurde.

Nach 1880 hatte Verne seinen schöpferischen Höhepunkt überschritten, doch schrieb und publizierte er bis kurz vor seinem Tod fast pausenlos weiter, wobei seine Technik- und Fortschrittsgläubigkeit nach und nach gedämpfter erscheint und er politisch zunehmend konservativ wurde.

Am 9. März 1886 verübte sein Neffe, Gaston Verne, einen Anschlag auf Jules Verne. Erst durch dieses Ereignis kamen sich Vater und Sohn wieder näher. Doch erst 1893 kam es zu einer endgültigen Versöhnung. Michel arbeitete mit seinem Vater zusammen und publizierte viele seiner Werke nach dessen Tod, zum Teil in stark überarbeiteter Form.

Rezeption

Im 20. Jahrhundert haben Vernes handlungsreiche Romane viele Filmemacher gereizt. Nicht zufällig erhielt 1954 das erste Atom-U-Boot der Welt, die amerikanische USS Nautilus, den Namen des futuristischen U-Bootes von Kapitän Nemo aus Vingt mille lieues sous les mers.

Werke
Titelbild der französischen Originalausgabe von Abenteuer des Kapitän Hatteras
Titelblatt von In 80 Tagen um die Welt, 1875 mit einer Illustration des Zeichners Léon Benett
Kapitän Nemo. 20.000 Meilen unter dem Meer
Titelblatt von Robur der Eroberer
Titelblatt Clovis Dardentor
Karikatur von 1884Erstausgaben

Romane

Fünf Wochen im Ballon. 1875
Reise zum Mittelpunkt der Erde. 1873
Von der Erde zum Mond. 1873
Abenteuer des Kapitän Hatteras. 1875
Die Kinder des Kapitän Grant. 1875
Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer. 1874
Reise um den Mond. 1873
Eine schwimmende Stadt. 1875
Abenteuer von drei Russen und drei Engländern in Südafrika. 1875
Das Land der Pelze. 1875
Reise um die Erde in 80 Tagen. 1873 (Bekannt unter dem Namen In 80 Tagen um die Welt)
Die geheimnisvolle Insel. 1875–1876
Der Chancellor. 1875
Michel Strogoff. 1876
Der Kurier des Zaren. 1876
Hector Servadac. 1877
Reise durch die Sonnenwelt. 1878
Schwarz-Indien. 1877
Ein Kapitän von 15 Jahren. 1879
Die 500 Millionen der Begum. 1880
Die Leiden eines Chinesen in China. 1880
Das Dampfhaus. 1881
Die „Jangada“. 1882
Die Schule der Robinsons. 1885
Der grüne Strahl. 1885
Keraban der Starrkopf. 1885
Der Südstern oder Das Land der Diamanten. 1886
Der Archipel in Flammen. 1886
Mathias Sandorf. 1887
Ein Lotterie-Los. 1887
Robur der Sieger. 1887
Nord gegen Süd. 1888
Zwei Jahre Ferien. 1889
Die Familie ohne Namen. 1891
Kein Durcheinander. 1891
Cäsar Cascabel. 1891
Mistress Branican. 1891
Das Karpatenschloss. 1893
Claudius Bombarnac. 1893
Der Findling. 1894
Meister Antifers wunderbare Abenteuer. 1894
Die Propellerinsel. 1895
Vor der Flagge des Vaterlandes. 1896 (bekannter unter dem Titel Die Erfindung des Verderbens).
Clovis Dardentor. 1896
Die Eissphinx. 1897
Der stolze Orinoco. 1898
Das Testament eines Exzentrischen. 1899
Das zweite Vaterland. 1901
Das Dorf in den Lüften. 1901
Die Historien von Jean-Marie Cabidoulin. 1901
Die Gebrüder Kip 1903
Reisestipendien. 1903
Ein Drama in Livland. 1904
Der Herr der Welt. 1904
Der Einbruch des Meeres. 1905

Die folgenden, aus dem Nachlass veröffentlichten Werke wurden von seinem Sohn Michel Verne mehr oder weniger stark überarbeitet:

Der Leuchtturm am Ende der Welt. 1906
Der Goldvulkan. 1906
Das Reisebüro Thompson & Co. 1907
Der Pilot von der Donau. 1908
Die Jagd nach dem Meteor. 1908
Die Schiffbrüchigen der „Jonathan“. 1909
Wilhelm Storitz’ Geheimnis. 1910
Gestern und morgen. 1910
Das erstaunliche Abenteuer der Expedition Barsac. 1978
Paris im 20. Jahrhundert. 1996

Kurzgeschichten und Erzählungen

Die ersten Schiffe der mexikanischen Marine. 1851
Ein Drama in den Lüften. 1874
Martin Paz. 1852
Meister Zacharius. 1854
Eine Überwinterung im Eis. 1855
Eine Episode der Revolution. 1864
Die Blockadebrecher. 1865
Eine Idee des Dr. Ox. 1875
Die Stadt unter der Erde. 1877
Frritt Flacc. 1886
Gil Braltar. 1887
Ein Tag aus dem Leben eines Journalisten im Jahre 2889. 1989(wurde von Vernes Sohn Michel geschrieben, erschien aber unter dem Namen des Vaters)

Geografische Werke

Illustrierte Geographie von Frankreich und seiner Kolonien.1867
Die Entdeckung der Erde.1870 / 1878
Die großen Seefahrer des 18. Jahrhunderts.1879
Der Triumph des 19. Jahrhunderts.1880

Romane und Erzählungen

20000 Meilen unter den Meeren. ISBN 978-3-538-06308-2.
In 80 Tagen um die Welt.ISBN 978-3-538-06946-6.
Reise zum Mittelpunkt der Erde.ISBN 978-3-538-06972-5.
Von der Erde zum Mond.ISBN 978-3-538-06326-6.
Reise zum Mond.ISBN 978-3-538-06326-6.

Sonstiges
Nach Jules Verne ist die Jules Verne Trophy benannt, eine Auszeichnung für die schnellste Weltumrundung per Segelboot.
Des Weiteren heißt das erste ATV (ein unbemannter Raumtransporter der europäischen Weltraumagentur ESA) Jules Verne.
Jules Verne ist der Name eines kleinen Gebirgszugs im Norden der Île de la Possession
Jules Verne ist ein Impaktkrater auf der nicht einsehbaren Seite des Mondes.

Das war dann alles was ich euch dazu schreiben möchte.

Albtraum


Albtraum

zuletzt bearbeitet 08.01.2011 12:04 | nach oben springen

#2

RE: Jules Verne Das Leben und seine Werke

in Autor 07.01.2011 19:11
von Frau Steffen | 44 Beiträge

Woher hast du diese Informationen, Andre? Wikipedia?

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#3

RE: Jules Verne Das Leben und seine Werke

in Autor 08.01.2011 11:55
von Albtraum | 101 Beiträge

Ja ich habe bei Wikipedia geguckt und das hier davon geschrieben

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